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Clean Eating – Natürliche Lebensmittel

In Zeiten, in denen die moderne Nahrungsmittelindustrie durch den Einsatz von nachweislich gesundheitsschädigenden Zusätzen immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zieht, verspüren immer mehr Menschen den Wunsch, ihren Lebensstil zugunsten einer ursprünglichen Ernährung umzustellen. Wer im Supermarkt die Zutatenliste der Produkte aufmerksam studiert, kann sich oft nur über die langen Listen der chemischen Inhaltsstoffe wundern. Wenn in vielen Brotsorten – auch in vermeintlich gesunden Vollkornvarianten – Zucker, im Bio-Fruchtjoghurt Fructose und Aromen sowie im Croissant Transfette und E-Nummern enthalten sind, ist es nicht überraschend, dass so viele Menschen unter gesundheitlichen Problemen und Übergewicht leiden. Die Lebensmittelindustrie verkauft uns Produkte mit chemischen Zusätzen und Konservierungsstoffen, minderwertigen Fetten und hohen Mengen an Zucker und Süßstoffen als angeblich gesunde und figurfreundliche Alternativen. In den Vereinigten Staaten, wo Übergewicht weit verbreitet ist und mittlerweile ein großes gesellschaftliches Problem darstellt, entwickelte die Ernährungsberaterin Tosca Reno ein Konzept, das auch in Europa bereits viele begeisterte Anhänger gefunden hat. Als „Clean Eating“, was übersetzt „sauber essen“ bedeutet, bezeichnet Reno dieses Konzept und propagiert damit einen gesunden Lebensstil, der darauf beruht, industriell verarbeitete Lebensmittel ganz vom Speiseplan zu streichen und den Körper dadurch vom unnötigen Ballast der chemischen Zusätze zu befreien.

Mehr Philosophie als Diät

Das von Tosca Reno propagierte Motto Clean Eating bedeutet, die Ernährungsgewohnheiten zugunsten ursprünglicher und unverarbeiteter Lebensmittel umzustellen und dadurch den Organismus zu „säubern“ und gleichzeitig überflüssige Pfunde loszuwerden. Die Motivation, zum Clean Eater zu werden, ist weniger in der Bereitschaft begründet, ein rigoroses Diätprogramm durchzuführen, als die eigenen Ernährungsgewohnheiten kritisch zu überdenken und das Konsum- und Essverhalten langfristig zu verändern. Der wichtigste Schritt zum erfolgreichen Clean Eating ist der totale Verzicht auf alle im Supermarkt angebotenen verpackten und industriell hergestellten Nahrungsmittel. Dies dient in erster Linie dazu, den Körper nicht mehr mit chemischen Zusätzen, E-Nummern, Zuckerersatzstoffen, Transfetten und weißem Zucker zu belasten. Diese Inhaltsstoffe werden mit einer Reihe von unterschiedlichen Zivilisationskrankheiten in Verbindung gebracht, denn sie können im Zuge des Stoffwechselns nicht verwertet und nur teilweise ausgeschieden werden. Hohe Mengen dieser Substanzen reichern sich mit den Jahren in den Zellen und Organen an, führen zu Übersäuerung und Schädigung von Körpergewebe und begünstigen Erkrankungen wie Diabetes, Krebs, Allergien und Autoimmunkrankheiten. Clean Eater machen sich diese Tatsache bewusst und vermeiden daher alle Lebensmittel, die solche Inhaltsstoffe aufweisen. Da dieses Ernährungskonzept weder mit Kalorienzählen, noch mit einer Reduktion der Speisen, Vermeidung von Fetten oder Verzicht verbunden ist, kann es kaum als Diät im eigentlichen Sinne bezeichnet werden. Tosca Renos Anleitung ist eher als Philosophie zu verstehen, die auf einer gesunden und respektvollen Beziehung zum eigenen Körper und einer kritischen Auseinandersetzung mit den Machenschaften der modernen Lebensmittelindustrie beruht.

Clean Eating

Clean Eating ©iStockphoto/Natikka

Verpackte Lebensmittel und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit

Tosca Reno nennt als wichtigste Grundregel ihres Ernährungskonzeptes den konsequenten Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel aus dem Supermarkt. Der Blick auf das Etikett auf der Ketchup-Flasche, auf dem Instant-Nudelgericht und der Salami-Verpackung geben der US-amerikanischen Ernährungsberaterin recht: Eine Vielzahl der Lebensmittel, die wir täglich ohne zu überlegen in den Einkaufswagen legen, enthalten Zusätze, deren Namen zwar in unseren Ohren klingen, deren Wirkungsweise wir jedoch kaum kennen. Dextrose, Glutamat und die allseits bekannten E-Nummern sind dabei nur die Spitze des Eisberges. Die Lebensmittelkonzerne stopfen ihre Produkte mit vielen anderen chemischen Substanzen voll, die sie mit komplizierten Namen vor den Konsumenten verbergen. Um den Gehalt an chemischen Zusätzen bestimmen zu können, kann als Richtwert dienen: Je länger die Haltbarkeit eines Lebensmittels ist, desto reicher ist es an Schadstoffen. Ein Muffin, der laut Packungsangabe drei Wochen lang seine flaumig-zarte Beschaffenheit erhält, ist eine ebenso verdächtige Chemiekeule wie die Salami mit einer Haltbarkeitsdauer von zwei Monaten. Auch die Bezeichnungen „light“ und „fettreduziert“ auf Michprodukten, Limonaden und anderen Nahrungsmitteln können bei regelmäßigem Verzehr der Gesundheit erheblich schaden. Fett ist ein Geschmacksträger, der, wenn er reduziert wird, durch andere Substanzen ersetzt werden muss. Wer statt des schmackhaften, naturbelassenen griechischen Joghurts mit frischen Früchten die Null-Prozent-Variante mit gefriergetrockneten Erdbeerstücken wählt, führt dem Körper eine ganze Reihe von künstlichen Aromen, Farbstoffen und Süßungsmitteln zu, die er nicht verstoffwechseln kann. Aspartam und alle anderen künstlichen Süßungsmittel werden im Körper fälschlicherweise in einen Neurotransmitter umgewandelt, der die Blut-Hirn-Schranke passiert und im Gehirn Nerven und Zellen schädigen kann. Die Folgen können bei regelmäßigem Verzehr künstlich gesüßter Produkte Muskelkrämpfe, Allergien, chronische Müdigkeit oder Kopfschmerzen verursachen. Was der jahrelange Konsum von Light-Limonaden und Diätprodukten im Körper anrichtet, kann nur vermutet werden, denn die langfristige schädliche Wirkung von Süßstoffen ist noch nicht ausreichend erforscht.

Zucker – Billiger Zusatzstoff mit gesundheitsschädigender Wirkung

Jeder weiß, dass Zucker eine wesentliche Zutat von Süßigkeiten, Limonaden und Backwaren darstellt. Wer sich eine Tafel Schokolade, eine Cola oder einige Kekse gönnt, weiß daher genau, dass er hohe Mengen an Zucker zu sich nimmt. Seit einigen Jahren sind Zucker und seine schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit Gegenstand intensiver Forschungsbemühungen der Ernährungswissenschaftler und Mediziner. Heute ist hinlänglich bekannt, dass Zucker keinerlei für den Organismus verwertbare Nährstoffe enthält, jedoch den Stoffwechsel durcheinanderbringt und für die Einlagerung von Nahrungsfetten in den Problemzonen maßgeblich beteiligt ist. Zucker geht unmittelbar nach dem Konsum ins Blut über und erhöht die Insulinresistenz. Er begünstigt dadurch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, das sich in hoher Konzentration negativ auf das Immunsystem auswirkt. Durch den regelmäßigen Verzehr von Zucker werden der Blutdruck und das Diabetes-Risiko erhöht, die Organe, vor allem Herz und Leber geschädigt und die Ansiedelung pathogener Bakterien in Mundhöhle und Darm begünstigt. Trotz dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse enthalten nahezu alle verpackten und industriell verarbeiteten Nahrungsmittel unterschiedlich hohe Mengen an Zucker. Die Lebensmittelindustrie setzt diesen trotz seiner nachweislich gesundheitsschädigenden Eigenschaften ganz gezielt ein, da Zucker als Geschmacksträger ein gewisses Suchtpotential in sich trägt und Heißhungerattacken auslöst. Schmeckt ein Produkt süß, erzielt es also aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich bessere Verkaufszahlen.

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Hier kommt das Ernährungskonzept Clean Eating ins Spiel. Um das Gift Zucker, alle schädlichen chemischen Zusätze und hohe Salzmengen konsequent aus dem Leben zu verbannen, ist ein totaler Verzicht auf alle abgepackten Lebensmittel unumgänglich. Clean Eater machen nicht nur um Süßigkeiten, Chips und Backwaren, sondern auch um Saucen, Tiefkühlgerichte aller Art, Brotaufstriche, Margarine, Brotsorten, die Zucker und Weißmehl enthalten, sowie um sämtliche Fleischerzeugnisse wie Pasteten, Salami und Wurstwaren einen großen Bogen. Alle diese Lebensmittel sind mit hohen Mengen an chemischen Stoffen und Zucker angereichert und stellen daher eine Gefahr für Gesundheit und Wohlbefinden dar.

Clean Eating – Ein gesundes Leben ohne Chemie

Tosca Reno hat einer breiten Öffentlichkeit die Augen geöffnet und mit ihrem Konzept Clean Eating eine umsichtige Ernährungsalternative vorgestellt. Mit einigen simplen Grundregeln lässt sich Clean Eating ganz einfach in den Alltag einbauen, ohne auf Genuss verzichten zu müssen.
Zunächst müssen alle abgepackten Lebensmittel aus der Küche verbannt werden, die Zucker und Süßungsmittel sowie künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Emulgatoren enthalten. Trägt ein Produkt ein Etikett, auf dem befremdliche Inhaltsstoffe angegeben sind, sollte es im Supermarktregal liegen bleiben. Zucker sollte drastisch reduziert werden und auch beim Backen und Kochen zuhause durch hochwertige natürliche Ersatzstoffe wie Stevia, biologischen Honig oder den Birkenzucker Xylit ersetzt werden. Zucker sollte dem Körper in erster Linie in Form von Früchten und Beeren zugeführt werden. Alles, was in der Obst- und Gemüseabteilung ins Auge springt, kann im Einkaufswagen landen, wobei vor allem auf saisonale Produkte aus biologischer Landwirtschaft Wert gelegt werden sollte. Viele Clean Eater beziehen ihr saisonales Obst und Gemüse von Wochenmärkten oder direkt vom Bauernhof, wo der genaue Ursprung der Erzeugnisse nachvollzogen werden kann.
Im Gegensatz zu jeder Diät ist Clean Eating weder mit Kalorienzählen noch mit dem Verzicht auf Fette verbunden. Der Organismus benötigt hochwertige Fette, um alle Stoffwechselvorgänge und die Funktion aller Körperzellen aufrecht zu erhalten. Gesunde Fette stecken vor allem in nativem Oliven- und Rapsöl, Nuss- und Kernölen, Avocados, fettem wildgefangenem Seefisch sowie Nüssen und Samen. Tierische Fette aus Milchprodukten und Fleisch sollten zwar ebenso regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, allerdings im Verhältnis zu pflanzlichen Ölen und Fisch deutlich seltener. Auch bei Käse sollte auf biologische Produkte geachtet werden, die kein unnötig langes Haltbarkeitsdatum aufweisen und keine verdächtigen Farb- und andere Zusatzstoffe enthalten. Rohmilch- und Hartkäse ist wegen seines hohen Vitamingehaltes den Erzeugnissen aus pasteurisierter Milch vorzuziehen. Statt Salami, Pastete und Wurst sollten traditionell hergestellter Schinken oder frisch zubereitetes Fleisch auf dem Teller landen. Tierisches Eiweiß und Gemüse wird von Clean Eatern stets mit Kohlenhydraten aus Gemüse und Vollkornprodukten kombiniert, um ein maximales Geschmackserlebnis zu garantieren.

Mit Clean Eating satt und gesund

Wer Tosca Renos Ernährungskonzept folgen möchte, muss keine starren Vorgaben befolgen, sondern darf nach Lust und Laune zulangen. Tosca Reno empfiehlt sechs kleinere Mahlzeiten pro Tag, die sich aus drei Hauptmahlzeiten und einigen Zwischensnacks zusammensetzen. Allerdings kann auf die Snacks auch verzichtet werden, wenn kein Hungergefühl aufkommt. Die abendlichen Snacks zu später Stunde sollten ausgelassen werden, um dem Körper während der Nachtruhe die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren. Wichtig ist Tosca Reno jedoch, jeden Tag mit einem vollwertigen und reichhaltigen Frühstück zu beginnen, um Heißhungerattacken und die Lust auf Süßes im Keim zu ersticken.

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