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Abnehmen und Anti-Aging mit Acai Beeren?

Ein Blick in den Kalender verrät folgendes: Der Sommer ist mehr oder weniger da und mit ihm der Abnehmwahn. Obwohl die schönste Jahreszeit in Deutschland noch auf sich warten lässt und uns der Wettergott mit dicken Wolkendecken beglückt, rückt der meteorologische Sommeranfang immer näher. Das heißt auch, dass es wieder Zeit für gesteigerten Körperkult ist. Die Zeitschriftenstände sind voll mit Frauenzeitschriften und Fitnessmagazinen, die Hollywooddiäten anpreisen. Die Bikini-Figur wird als musthave deklariert und nötigt Frauen jedes Jahr aufs Neue eine Portion Selbstkritik auszuüben.

Dabei ist am eigentlichen Wunsch, gesünder leben zu wollen, nichts vorwurfsvolles dran. Die Werbung verspricht durch Abnehmpillen und Verdauungsbooster wahre Wunder, die Faulpelze im nu zu Strandschönheiten verwandeln sollen. Leider folgt auf die Euphorie nur eine Verschmälerung der Geldbeutels. In einigen Fällen sind solche Zusatzmittel sogar schädlich. Sie lagern sich in unserem Organismus ab und führen im schlimmsten Falle zu Wucherungen. Die Menschheit scheint sich nicht damit zufrieden geben zu wollen, dass der Mensch mit zunehmenden Alter faltiger und das Bindegewebe schlaffer wird.

Mit Sport und einer gesunden Ernährung kann dem Alterungsprozess entgegen gewirkt werden. Trotz der bis in die Zehenspitzen vorhandenen Motivation sollten es Abnehmwillige nicht übertreiben. Vor dem Sportprogramm sollte ein Check-Up beim Hausarzt gemacht werden, um sicherzustellen, dass der Körper Anstrengungen durchhält. Mit ihm kann ein Einstiegspensum besprochen werden, was nach mehreren Wochen langsam gesteigert wird.

Eine gesunde Ernährung ist kohlenhydratarm und reich an Gemüse, Fleisch und Fisch

Kohlenhydrate sollten nicht gänzlich aus dem Speiseplan verschwinden, es sollte vielmehr zwischen gute und schlechte Gruppen unterschieden werden. Vollkornprodukte haben sich als sättigende und gesunde Variante zu Weißmehlprodukten bewährt. Pasta und Brot aus Weißmehl wandelt der Körper schnell in Zucker um. Zu viel Zucker führt zu unreiner Haut, fettigen Haaren und Kalorienüberschuss. Das Sättigungsgefühl hält am meisten bei eiweißreichen Nahrungsmitteln an. Einige Unternehmen versuchen durch ein moralisch und ethisch vertretbares Image, der Verzerrung des Schönheitsideals ein Ende zu setzen. Sie geben Millionen für Werbefilme aus, die Frauen mit jeglichen Schönheitsmakeln und fernab vom Stereotyp „schöner Frau“ zeigen. Die Message ist klar: „Schönheit liegt im Auge des Betrachters und ist ein variables Maß“.

Acai Beeren

Acai Beeren ©iStockphoto/jbk_photography

Das sehen Hollywoodstars wie Angelina Jolie und Co anders. Der Handel mit dem perfekten Aussehen boomt. Einen guten Schönheitschirurgen zu haben ist einer guten Versicherung gleich zu setzen. Abseits der Hollywood-Maschinere, in der Schauspieler mit ihrem Aussehen Kapital schlagen und der Druck auf ihnen lastet, verständlicherweise zu schönheitschirurgischen Maßnahmen führt, greifen immer mehr Menschen zum letzten Mittel.

Kliniken im europäischen Ausland locken mit Dumpingpreisen und Pauschalreisen in Verbindung mit Städtetrips. Davon ist dringend abzuraten, denn durch die Entfernung kann eine gute und ganzheitliche Nachsorge kein gutes Ergebnis erzielt werden. Wer sich ernsthaft überlegt, unters Messer legen zu lassen, sollte vorher alle Vor- und Nachteile gründlich abwägen und gut recherchieren. Im Internet finde sich Erfahrungsberichte vieler Patienten. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn einige Kliniken schreiben ihre Bewertungen selbst. Ein zu euphorischer Ton könnte ein Hinweis darauf sein. Die Folgen einer Operationen können in manchen Fällen erst Monate später sichtbar sein. Ärzte und Krankenkassen kritisieren, dass sich zu viele Menschen zu schnell für eine Operation entscheiden. Sie vergessen oft, dass es Schwerstarbeit für den menschlichen Organismus ist ebene jene zu überwinden.

Blaues Wunder aus dem Obstkorb: Acai-Beeren

Der weitaus weniger drastische weg ist, sich einigen der Lebensmitteltrends anzuschließen. Seit einiger Zeit ertönt ein Name besonders oft in Fitness- und Gesundheitsartikeln. Acai-Beeren, so lautet der Frisch- und Schlankmacher, wird als Wundermittel to go bezeichnet. Die kleinen blauen Beeren erleben einen Hype, der sich dadurch ausdrückt, dass nahezu kein Smoothie und keine Gesichtscreme ohne sie auskommt. Äußerlich ähneln sie der heimischen Heidelbeere.

Ihre Herkunftsländer sind Panama und Brasilien. Die Acai-Beeren sind besonders in den vereinigten Staaten von Amerika ein Hit. Dort gelten sie aufgrund der in ihnen enthaltenen Antioxidantien als Freie Radikale-Killer. Freie Radikale tragen zum Alterungsprozess der Haut und zur Erschlaffung des Bindegewebes bei. Pürierte Beeren sollen die ersten Alterungserscheinungen aufhalten und zur Straffung der Haut beitragen. Sie sind nie als ganze Frucht sondern immer nur als pürierter Mix, Pulver oder als Zusatz in Kosmetika enthalten. Längst haben sie die Menschen hierzulande angesteckt und allein der Name „Acai-Beeren“ lässt glauben, dass müde Haut, die durch lange Partynächte und einem stressreichen Lebensstil geschuldet ist, durch alleinigen Verzehr der Beeren wieder frisch und munter aussieht.

Um an den Acai-Extrakt zu kommen, müssen die Beeren aufwendig bearbeitet werden, da nur ihre Haut essbar ist. Die Acai-Beere besteht zum größten Teil aus Kern, der nicht weiter verwendet werden kann.

Produzenten von Anti-Aging-Cremes werben mit den sogenannten „Antioxidantien“, die in ihren Produkten enthalten sind und beinahe auf Knopfdruck das gewünschte Ergebnis erzielen. Ähnlich euphemistisch klingen Hersteller von Abnehm-Shakes und Nahrungsergänzungsmitteln. Sie versprechen Gewichtsverlust und Hautstraffung durch den Zusatz von Acai-Beeren. In Hochglanzmagazinen werden ganze Seiten dafür geopfert, Werbung für solche Produkte zu machen. Die Zielgruppe sind fitnessbewusste Menschen, die bereit sind viel Geld für ihre optische Erscheinung auszugeben.

Das ist allerdings ein Trugschluss, denn nur Sport und gesunde Ernährung bringen dauerhafte Erfolge. Es schadet zwar nicht, Acai-Beeren und andere wertvolle Obst- und Gemüsesorten in den Nahrungsplan aufzunehmen, da sie auf jeden Fall unterstützend wirken, ein Wunder kann man allerdings nicht erwarten. Prominente, die in Interviews fast beiläufig in höchsten Tönen von Acai-Beeren schwärmen, sind nicht selten in Deals von Herstellern von acaihaltiger Kosmetik- oder Lebensmittelprodukte verwickelt, die vorschreiben, was gesagt wird.

So wie bei allen Dingen im Leben lautet die alte Devise leider, dass es viel Disziplin, Zeit und Geduld bis starke Veränderungen sichtbar sind.

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