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Abnehmen mit Genuss – Die militärische Eis-Diät

Zahlreiche Diäten, Ratgeber in Sachen Abnehmen und prominente Stars und Sternchen sind schnell dabei, Ratschläge zu erteilen, wenn es darum geht, Gewicht zu verlieren. Die meisten Tipps sehen pro Tag dann entweder überteuerte Schlankmach-Shakes vor oder – zugespitzt formuliert – ein Salatblatt und eine halbe Scheibe Tomate. Nur die wenigsten verraten, dass es auch möglich ist, schnell und lecker abzunehmen – sogar Eis ist erlaubt. So einige Soldaten haben es bereits vorgemacht.

Eine Diät für Soldaten?

Soldaten und Soldatinnen müssen immer körperlich fit sein. Droht der Ernstfall, bleibt ihnen keine Zeit dafür, mal eben noch zehn bis fünfzehn Kilo zu verlieren, damit sie wieder in Schuss kommen – sie müssen es von Anfang an sein. Ein Teil, der dazu beiträgt, dass sie es in sportlicher Hinsicht an nichts versäumen lassen, ist das harte Training. Die „Drill-Sergeants“ heizen den Soldaten und Soldatinnen in den USA massiv ein und gelten weltweit als gnadenlos. Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Teil, der die Soldaten zu dem macht, was sie sind, ist jedoch die Ernährung und um die soll es jetzt gehen.

So ernähren sich Soldaten

Soldaten und Soldatinnen im Dienst wird man nicht snacken sehen. Schokoladenriegel, Chips, Burger und andere Lebensmittel die schnelle Kohlenhydrate und jede Menge Zucker enthalten, gehören nicht auf ihren Speiseplan. Stattdessen ernähren sie sich proteinhaltig und vitaminreich, kurzum: Sie geben dem Körper genau das, was er zum Überleben braucht und lassen das weg, was er definitiv nicht braucht bzw. was ihm eher schadet als hilft.

Eis

Eis ©iStockphoto/Kitty2015

Keine teuren Fitnesshakes für Soldaten

Viel angepriesene Shakes zum Abnehmen, die der Verbraucher nur in etwas Wasser oder wahlweise fettarmer Milch einrühren muss, sind sehr teuer und halten zirka nur eine Woche, weil jede Mahlzeit damit ersetzt werden soll, die man stattdessen zu sich nehmen würde. All die wichtigen Inhaltsstoffe, die diese Shakes enthalten, haben auch Lebensmittel und das Wichtigste daran ist: Diese Lebensmittel enthalten im Gegensatz zu den Shakes keine künstlichen Zusatzstoffe wie Aromen oder Kristallzucker. Sie sind rein und unbehandelt.

Ernährungsplan für Soldaten und Soldatinnen

Damit der Überblick während der Eis-Diät nicht verloren geht – warum diese Militär-Diät auch Eis-Diät genannt wird, dazu gleich mehr – hat jeder Soldat einen straffen Ernährungsplan. Dieser erstreckt sich zunächst über drei Tage. Für jeden dieser drei Tage ist den Soldaten vorgeschrieben, was sie jeweils zum Frühstück, zum Mittag und zum Abendbrot essen dürfen. Und so sieht der Plan aus:

Tag Nummer 1

Frühstück: Sinn und Zweck des Frühstücks ist es, dass der Körper genug Proteine bekommt, um ausreichend Energie bis zum Nachmittag aufbringen zu können. Außerdem benötigt er Vitamine für konzentrierte Arbeiten und ausreichend Flüssigkeit. Die Militär-Diät schlägt deshalb die folgenden Lebensmittel zum Soldaten-Frühstück vor:

– 1 Scheibe Vollkornbrot,
– 2 Teelöffel Butter (keine Margarine!),
– 1/2 Grapefruit und
– 1 Tasse Kaffee oder Tee

Kaffee oder Tee sind wahlweise, um den Durst zu stillen und über einen gewissen Zeitraum ein Sättigungsgefühl zu erzeugen. In jedem Fall sind Kaffee und Tee ohne Zucker und Milch zu trinken. Alternativ dazu und unter der Voraussetzung, dass die halbe Grapefruit weggelassen wird, kann statt des Kaffees bzw. des Tees auch ein kleines Glas frisch gepresster Grapefruit oder Orangensaft getrunken werden.

Mittagessen: Das Mittagessen der Soldaten und Soldatinnen soll sättigen, aber nicht vollstopfen. An Tag Nummer 1 setzt der Ernährungsplan deshalb ähnlich wie beim Frühstück auf komplexe Kohlenhydrate und Omega-3-Fettsäuren. Genauer gesagt sind

– 1 Scheibe Vollkornbrot,
– 1/2 Dose Thunfisch und
– 1 Tasse Kaffee oder Tee

zur Mittagszeit erlaubt; Kaffee und Tee sind wie zuvor ungesüßt und ohne Milch zu genießen.

Abendessen: Das Abendessen ist wahrscheinlich die Lieblingsmahlzeit eines jeden Soldaten, denn hier darf er deutlich mehr essen als zu den ersten beiden Mahlzeiten. Der Ernährungsplan sieht für den Abend

– 100 g Fleisch,
– 100 g Erbsen oder grüne Bohnen,
– 1 Apfel,
– 1/2 Banane und
– 1 Kugel Vanille-Eis

vor.

Es spielt keine Rolle, welches Fleisch am Abend auf dem Teller landet. Vorzugsweise sollte es natürlich eiweißhaltiges Fleisch sein, also Puten- oder Hähnchenbrust, allerdings ist dem Soldaten hier die freie Wahl gegeben und wenn es gemischtes Hackfleisch wird, tut das der Diät keinen Abbruch. Die Erbsen bzw. wahlweise Bohnen sind reich an Eiweiß (100 g enthalten 22,1 g Eiweiß), an zuckerarmen Kohlenhydraten (36,5 g Kohlenhydrate, wovon nur 1,1 g Zucker enthalten ist) und jede Menge Ballaststoffe (21,3 g). Ferner beherbergen sie Kalzium und Kalium, Magnesium, Eisen, Mangan und Phosphor. Die halbe Banane sorgt zusätzlich zu den Bohnen und dem Fleisch für ein Sättigungsgefühl, der Apfel liefert jede Menge Vitamin C und die Kugel Vanille-Eis darf als kleine Belohnung verstanden werden – nicht unbedingt für den Magen, sondern eher für das Gehirn, das Zucker als besonders wertvollen Energielieferanten zu schätzen weiß.

Tag Nummer 2

Frühstück: Das Frühstück an Tag Nummer 2 setzt erneut auf eine proteinreiche Ernährung und auf Vitamine. Erlaubt sind
– 1 Scheibe Vollkornbrot,
– 1 gekochtes Ei und
– 1/2 Banane.

Mittagessen: Das Mittagessen setzt im Vergleich zu Tag 1 auf ein wenig Abwechslung. Es genehmigt den Soldaten und Soldatinnen
– 2 Scheiben Knäckebrot,
– 1 gekochtes Ei und
– 1 Packung körnigen Frischkäse.

Knäckebrot ist reich an Ballaststoffen und kann auf vielfältige Art und Weise zubereitet werden, so z. B. mit Leinsamen, der sich positiv auf den Magen-Darm-Trakt und damit auf die Verdauung auswirkt, aber auch mit Chia-Samen, Buchweizen und Sesam. Im militärischen Bereich ist er jedoch vor allem wegen seiner langen Haltbarkeit beliebt. Der Frischkäse wiederum ist sehr proteinhaltig und hat nur einen sehr geringen Zuckeranteil.

Abendessen: Das Abendessen fällt erneut weitaus üppiger aus. Der Ernährungsplan von Soldaten und Soldatinnen sieht am zweiten Tag für das Abendessen die folgenden Lebensmittel vor:
– 100 g Fleisch,
– 100 g Brokkoli,
– 100 g Karotten,
– 1/2 Banane und
– 1 Kugel Vanille-Eis.

Brokkoli ist nicht nur das Zauberlebensmittel, wenn es darum geht, Krebs und Alzheimer vorzubeugen, sondern er wirkt sich auch positiv auf die Sehstärke aus und ist kalorienarm. Einen ganz ähnlichen Effekt erzielen Karotten, wobei sie dem Körper zusätzlich den Stoff Beta-Carotin zuführen, der während des Stoffwechselprozesses in Vitamin A umgewandelt wird.

Tag Nummer 3

Frühstück: Mit Hilfe von
– 2 Scheiben Knäckebrot,
– 1 Scheibe Käse und
– 1 Apfel

soll der Energie- und Vitaminbedarf der Soldaten am Vormittag gestillt werden.

Mittagessen: Das Mittagessen des dritten Tages ist relativ spärlich, hält den Körper jedoch bis zum Abend satt und ist, wie die gesamte Militär-Diät, sehr proteinhaltig.
– 1 Scheibe Toastbrot und
– 1 gekochtes Ei

sind erlaubt. Wahlweise darf auch zu Rührei gegriffen werden, dabei gilt es jedoch sparsam mit Öl und Salz umzugehen. Salz bindet Fette und entzieht dem Körper Flüssigkeit, bewirkt also genau das, was während einer Diät nicht erstrebenswert ist.

Abendessen: Zum Abendessen sind den Soldaten und Soldatinnen
– 1 kleine Dose Thunfisch,
– 1/2 Banane und
– 1 Kugel Vanille-Eis

erlaubt.

Das war jedoch noch längst nicht alles, was es Wissenswertes bezüglich der Eis-Diät gibt. Im Folgenden sollen noch ein paar Fragen geklärt werden, die sich meistens unmittelbar an den obenstehenden Ernährungsplan anschließen.

Warum Eis-Diät und warum nicht Schokoladen-Eis?

Wissenschaftler haben herausgefunden – und die Erfahrung hat es längst gezeigt -, dass Radikaldiäten nichts bringen außer Frust und einen Jojo-Effekt. Gibt es jedoch etwas am Abend, auf das man sich freuen kann und das so gar nicht in einen Diät-Plan passen möchte, fällt eine jede Diät gleich um einiges leichter. Die Militär-Diät sieht an dieser Stelle Vanille-Eis vor und das nicht grundlos. Vanille sorgt – übrigens im Gegensatz zu dem künstlich hergestellten Vanillin – für eine Beruhigung der Nerven, bewirkt eine positive Veränderung bei schlaflosen Nächten und eignet sich zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit und der körperlichen Ausdauer. Interessant zu wissen: Auf echte Vanille setzten Mediziner schon im frühen 18. Jahrhundert. Erhältlich war die Vanille-Schote damals in Form einer Tinktur, als Aufguss und in Pulverform.

Dürfen Fleisch und Rührei entsprechend gewürzt werden?

Ja, Fleisch und Rührei dürfen gewürzt werden, allerdings nur mit Gewürzen, die nicht zusätzliche Kalorien enthalten oder gar mit Zucker als Geschmacksverstärker versehen wurden. Das heißt, dass z. B. Mayonnaise und Barbecue-Soßen sowie Grill-Soßen aller Art bei der Militär-Diät wegfallen müssen. Mit Salz ist zudem aus bereits genannten Gründen sparsam umzugehen.

Warum nur drei Tage und was passiert danach?

In den drei Tagen der Eis-Diät erhält der Körper zwar alle Stoffe, die er benötigt, die Menge die er davon bekommt, ist jedoch deutlich reduziert. Im Anschluss an die drei Tage darf dafür vier Tage geschlemmt werden. Trotz aller Schlemmerei ist es jedoch sinnvoll, nicht übermäßig viel zu essen. Frauen sollten deshalb pro Tag nicht mehr als 1500 Kilokalorien zu sich nehmen, Männer nicht mehr als 1600. Sind die vier Schlemmertage vorbei, beginnt die Diät von Neuem. Sie darf solange durchgezogen werden bis das Wunschgewicht erreicht ist.

Warum wirkt die Eis-Diät?

Sinn einer jeden Diät ist es, unter dem täglichen Kalorienbedarf zu bleiben. Das ist auch der Grund dafür, warum so viele Menschen auf Radikaldiäten setzen. Die Menge, die unter dem täglichen Kalorienbedarf liegt, nimmt man ab – so die Logik. Allerdings bergen diese Crash-Diäten einige Gefahren, die sogar krank machen können. Die Militär-Diät hingegen gibt dem Körper all die Stoffe, die er braucht, um bei Laune zu bleiben und gleichzeitig abzunehmen: Nahrungsmittel, die sehr proteinreich sind und Nahrungsmittel, die nur wenige Kalorien enthalten.

Geht es auch noch schneller?

Wer noch schneller abnehmen möchte, kann sich an der „Hardcore-Militär-Diät“ versuchen. Diese sieht keine vier Schlemmertage vor. Stattdessen wird unmittelbar nach Tag Nummer 3 wieder mit Tag Nummer 1 begonnen. Länger als drei Wochen sollte diese Diät jedoch nicht durchgezogen werden, da sie früher oder später an der Konzentration nagt und insbesondere bei denjenigen, die an ihre tägliche Schokolade gewöhnt sind, schlechte Laune verursacht. Die Chance, die Diät dann vorzeitig abzubrechen, ist bei der „Hardcore-Militär-Diät“ weitaus größer als bei der normalen Variante.

Tipps in Ergänzung zur Eis-Diät

Abschließend soll es noch um einige Tipps gehen, die unterstützend zur Militär-Diät beitragen.

Ausreichend trinken: Der oben beschrieben Ernährungsplan sieht nicht sehr viel Flüssigkeiten vor. Das ist natürlich nicht Sinn und Zweck der Sache. Viel Wasser zu trinken gehört selbstverständlich dazu. Nach jeder Mahlzeit sollte deshalb mindestens ein großes Glas Wasser getrunken werden. Ist snacken zwischendurch verboten, ist es Wasser keineswegs. Außerdem hat Wassertrinken den kurzzeitigen positiven Effekt, ein Sättigungsgefühl zu bewirken.

Sport treiben: Eine Diät lebt nicht nur von ihrer Ernährung, sondern auch von ausreichend Bewegung. Sport sollte deshalb jeden, wenigstens jeden zweiten Tag getrieben werden. Besonders ratsam ist es, Frühsport zu treiben, denn auf leeren Magen greift der Körper direkt auf das eingelagerte Fett zurück, um daraus seine Energie zu ziehen.