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Abnehmen mit Acai, Goji, Acerola oder Noni?

Obst ist gesund, so viel steht fest. In der Regel enthalten Früchte viele wichtige Vitamine, die das Immunsystem stärken und uns so fit und vital halten. Vor allem wer an Gewicht abnehmen möchte sollte daher nicht auf die täglichen Obstportionen verzichten. Während eine Banane aber beispielsweise aufgrund ihres hohen Gehalts an Kohlenhydraten weniger als sogenanntes Superfood taugt, so gibt es mittlerweile einige Beerensorten, die aufgrund ihrer angeblichen Wunderwirkungen besonders in den Fokus gerückt sind. Wir wollen die vier wichtigsten – Goji, Acai, Acerola und Noni – unter die Lupe nehmen und so herausfinden, ob es sich bei den frechen Früchtchen wirklich um wahre Naturwunder handelt.

Die Gojibeere – Glücksbringer aus Asien

Bei uns auch als Wolfsbeere bekannt wächst diese hagebuttenähnliche Frucht am so genannten Bockshornstrauch und stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Dort ist die Goji seit Jahrtausenden als Heilmittel bekannt, während sie uns erst vor kurzer Zeit erreichte. Der Geschmack der kleinen, roten Beere, die man in Tibet auch Glücksbeere nennt, wird je nach Exemplar als süß bis säuerlich beschrieben.

Vitaminbombe

Mit ihrem immensen Vitamin C-Gehalt schlägt die Gojibeere sogar sämtliche Zitrusfrüchte, was sie in der Tat zu einem wahren Gesundbrunnen macht. Ergänzt wird die Vitaminbombe durch die wichtigen Vitamine A, B1 und E – letzterer kommt in nur sehr wenigen Früchten vor. Den in ihnen enthaltenen Betainen verdanken die Gojis ihren positiven Einfluss auf das Muskelwachstum sowie auch auf die Gedächtnisleistung. Weitere Bestandteile sind Eisen, Eiweiß und Ballaststoffe. Glaubt man der Traditionellen Chinesischen Medizin, so wirkt eine tägliche Handvoll dieser antibakteriell wirkenden Beeren sogar lebensverlängernd.

Teurer Snack

Die Einsatzmöglichkeiten der Gojibeere in der Küche kennen kaum Grenzen – bis auf die finanzielle Hürde, denn die Beeren sind sehr teuer. Wer sie sich jedoch leistet, kann sie den Mahlzeiten vom Müsli über Kekse, Kuchen und süße Hauptspeisen bis hin zu Herzhaftem nach Belieben beimischen.

Die Acaibeere – angeblicher Schlankmacher im Heidelbeerkostüm

Aufgrund ihres Aussehens könnte man die Acaibeere (sprich: Assa-i) leicht mit der Heidelbeere verwechseln. Allerdings kommt die exotische Frucht aus Brasilien, wo sie an der Kohlpalme wächst und sich niemand für ihre angeblichen Wunderwirkungen interessiert – in Südamerika ist sie eine Beere wie jede andere auch. Eines jedoch macht sie selbst für die Brasilianer besonders: Sie besteht quasi zu 90 % aus Kern. Dieser ist von einer bläulich-violetten Haut umgeben, die – nach der Entkernung – püriert wird. Nicht zuletzt deshalb, weil nur der geringste Teil dieser Frucht essbar ist, hat die Acaibeere ihren Preis.

Wie eine Beere zum TV-Star wurde

Die Erfolgsgeschichte der Acai begann in den USA, genauer gesagt im US-amerikanischen Fernsehn. Dort pries die Talkshowmoderatorin Oprah Winfrey die kleine, runde Frucht als Verjüngungskur schlechthin an. Sie mindere Falten und sorge außerdem dafür, dass die Kilos nur so purzelten. Nun, in einem Punkt hat Winfrey Recht: Die Acaibeere enthält wertvolle Antioxidantien, die tatsächlich die Zellen schützen und so den Alterungsprozess ein wenig hinauszögern können. Dies funktioniert aber nur präventiv. Wer glaubt, er könne seine Falten von jetzt an „wegessen“, muss enttäuscht werden. Möchte man antioxidative Früchte in seinen Ernährungsplan aufnehmen, muss im Übrigen nicht gleich zur teuren Acaibeere gegriffen werden. Deren optische Zwillinge, die Heidelbeeren, und ebenso Sauerkirschen enthalten weit mehr dieser zellschützenden Wirkstoffe.

Goji Beere

Goji Beere ©iStockphoto/Cio18

Schlank durch die Acaibeere?

Dass die Acai den Stoffwechsel ankurbeln und somit den Zeiger auf der Waage nach links rücken lassen kann, ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Dennoch boomt der Markt, vor allem im Internet, indem die Beere in Form von Kapseln, Pulvern und Säften angeboten wird – meist unter der Prämisse, dass damit endlich eine erfolgreiche Gewichtsabnahme möglich sei. Fakt ist: Wer abnehmen möchte, ohne sich zu bewegen und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, dem hilft auch eine brasilianische Beere im Heidelbeerlook nichts. Als Ergänzung des ganzen Vorhabens dürfte die an essentiellen Fettsäuren reiche Frucht aber zumindest nicht schaden.

Die Acerola – hübsch und nützlich

Spanische Eroberer gaben der Tropenfrucht ihren Namen – Die „Azarole“, was so viel wie „hübsch und nützlich“ bedeutet, wurde schließlich zur Acerola. Äußerlich könnte man meinen, es handle sich um eine Kirsche. In ihrem Inneren aber ist die Frucht in drei Segmente aufgeteilt, von denen ein jedes einen Kern besitzt. Das Fruchtfleisch ist saftig und weich, der Duft erinnert an den von Äpfeln, während der Geschmack eher säuerlich ausfällt.

Höchstes C

Zu den Vitamin C-reichsten Früchten der Welt zählend ist die Acerola ein überaus gesunder Snack. Ein Glas ihres Saftes enthält 24 Mal mehr Vitamin C als die gleiche Menge Orangensaft bieten kann. Allerdings sollte man bedenken, dass dieser extreme Vitamin C-Kick nicht automatisch zu einem „stählernen“ Immunsystem führt. Überschüssige Vitamine werden in der Regel nämlich unbenutzt wieder ausgeschieden. Dennoch lässt sich festhalten, dass die Acerolafrucht mit ihren hohen Konzentrationen an Vitamin C, B1 und B12, dem Provitamin A und ihren Eisen-, Phosphor- und Calciumanteilen sicher ein sehr gesundes Nahrungsmittel ist.

Gesund, aber kein Schlankmacher

Die einzig nachweisbare Wirkung der Acerola in puncto Gewichtsabnahme dürfte sein, dass es sich eben um Obst handelt; und diesem in seinem Ernährungsplan einen festen Platz zu geben ist in jeder Hinsicht sinnvoll – zumal, wenn dann eher in den Obstkorb oder zur Saftflasche als zum Süßwarenschrank gegriffen wird.

Teures Vergnügen

Da die Acerola fast ausschließlich aus Saft besteht (80 % des Fruchtfleisches) und zudem eine dünne und äußerst empfindliche Haut hat, ist sie fast nur als Saft erhältlich. Die Pflanze, aus deren Dolden und Blüten sich schließlich die kirschenförmigen Früchte entwickeln, blüht sehr selten, was sie zu einem vergleichsweise teuren Produkt werden lässt.

Die Noni – Australiens wundersame Beere

Sie ist grün bis gelblich und etwa so groß wie eine mittlere Kartoffel – die Nonibeere. In Australien als Wunderbeere geltend fand sie ihren Weg über die polynesischen Inseln bis nach Hawaii, wo sie dann auch zu ihrem eigenartigen Namen kam. Der sogenannte Noni-Baum wird auch als Indische Maulbeere bezeichnet, womit wir Europäer zumindest etwas mehr anfangen können.

Wirksamer Entzündungshemmer

Während auch bei der Nonibeere keine gewichtsreduzierende Wirkung nachgewiesen werden kann, so kann sie immerhin mit ihrer entzündungshemmenden und wohl auch schmerzstillenden Wirkung punkten. So schafft sie Linderung bei Akne und anderen Hautkrankheiten sowie bei Menstruationsbeschwerden. Sie enthält vor allem Kohlenhydrate, Eiweiß, Ballaststoffe und einige wichtige Vitamine und Mineralien.

Noni, die Käsefrucht

Da das Fruchtfleisch der Noni sowohl im Geruch als auch im Geschmack extrem gewöhnungsbedürftig ist, erlangte sie den (für eine Obstsorte) wenig schmeichelhaften Beinamen Käsefrucht. Dies ist auch der Grund, warum der 100 %-ige Nonisaft mit anderen Fruchtsäften gemischt werden sollte. Angeboten wird die seltene Beere auch in Form von Kapseln, Bonbons, Tees und Zusatzextrakten – sollte sie einem roh in die Hände fallen, darf aber auch zugebissen werden. Vorausgesetzt, man mag Käse…

Fazit: Lecker – aber weitgehend wirkungslos

Zusammenfassend bleib zu sagen, dass weder Gojis, noch Acais, weder Acerolafrüchte noch Nonibeeren wirklich zu purzelnden Pfunden führen. Auch, wenn es ernüchternd klingen mag, aber, wer abnehmen möchte kommt um Sport, frische Luft und gesunde Ernährung nicht herum. Letztere lässt sich aber natürlich durch die von uns vorgestellten Exoten aufpeppen und vielleicht motivieren neue Geschmacksrichtungen ja zusätzlich auf dem Weg in ein leichteres, gesünderes Leben.

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