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Abnehmen mit Grapefruit

Zitrusfrüchte zählen zu den sogenannten Fettkillern. Als besonders wirkungsvoll gilt die Grapefruit. Diese subtropische Obstsorte ist ein Sammelbecken natürlicher Substanzen, die den Körper im Kampf gegen lästige Pfunde unterstützen. Die Grapefruit ist außerdem auch geeignet, einer Gewichtszunahme vorzubeugen. Da sie obendrein sehr gesund ist, sollte ihr im täglichen Speiseplan ein fester Platz zugewiesen werden.

Bitterstoff vertreibt das Hungergefühl

Eine buchstäblich bittere „Pille“, die wir da schlucken sollen? Eher nicht, denn ihren leicht bitteren Geschmack versüßt die Grapefruit dem Genießer durch ihre vielen Vorzüge. Dazu gehört vor allem der hohe Gehalt an Vitamin C, an dem Ballaststoff Pektin sowie an den Mineralstoffen Magnesium, Calcium und Kalium. Kommt noch, ausgerechnet, jener Bestandteil hinzu, der für die herbe Note der kugelrunden Südfrucht verantwortlich ist: Naringin lautet die chemische Bezeichnung des für die Grapefruit typischen Bitterstoffs. Dieses Bioflavonoid sorgt im positiven Sinne dafür, dass uns zeitweise der Appetit vergeht. Nach der Zufuhr von Naringin nagt der Hunger nicht mehr so arg.

Als gesunder Snack zum Zweck der Gewichtsreduktion ist die Grapefruits schon einige Zeit ein Begriff. Allerdings neigten die angeblich ersten Anwender zur keineswegs ratsamen Übertreibung. In den 1930-er Jahren verfielen Filmproduzenten in Hollywood darauf, aus den Fugen geratene (weibliche) Leinwandstars kurz vor Drehbeginn zu einer strengen Diät zu verdonnern. Die Damen durften nur Grapefruit, Grapefruit, Grapefruit, gelegentlich einige hartgekochte Eier und ein paar Büschel Salat zu sich nehmen, heruntergespült mit Kaffee ohne Ende. Erfolge stellten sich schnell ein. Um bis zu fünf Kilo in nur zehn Tagen, so ist überliefert, sollen sich die kalifornischen Filmschönheiten verschlankt haben.

Eine Renaissance erlebte die berühmt-berüchtigte Hollywood-Diät rund 40 Jahre später; nicht nur im Ursprungsland USA, sondern auch in Europa. Aber war es wirklich die Zitrusfrucht, die diesen „Figurzauber“ entfachte? Und wenn ja, woher rührte die wundersame Wirkungsweise? Dass die gelbe bis rosa-rote Grapefruit tatsächlich das Zeug zum Appetitzügler und zum „Fettverbrenner“ besitzt, haben erst in jüngster Zeit verschiedene klinische Studien in den USA bestätigt. Am aussagekräftigsten soll die Untersuchung sein, die Ärzte der Scripps-Klinik in San Diego/ Kalifornien vorgenommen haben.

Grapefruit

Grapefruit ©iStockphoto/AndreaAstes

Zuckerstoffwechsel wird angekurbelt

Rund 100 übergewichtige Probanden verzehrten über einen Zeitraum von drei Monaten vor jeder Hauptmahlzeit das Fruchtfleisch einer halben Grapefruit oder tranken die entsprechende Menge ungesüßten Saft. Im Schnitt verloren die Teilnehmer der Studie etwa 1,5 Kilogramm Gewicht, einige sogar das dreifache. Die Forscher stellten auch fest, dass die Testpersonen nach dem Essen weniger Insulin und Glukose im Blut hatten. Daraus lässt sich schließen, dass Grapefruits den Zuckerstoffwechsel ankurbeln und weniger Zucker aus der zugeführten Nahrung in Form von Fett im Körper deponiert wird. Möglicherweise sinkt damit das Risiko, an Diabetes zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Eine besondere Bedeutung wird, wie bereits erwähnt, dem natürlichen Bitterstoff Naringin zugeschrieben. Er soll die Bildung von Verdauungssäften anregen, zur Entsäuerung und Entschlackung beitragen und darüber hinaus helfen, das Hungergefühl zu vertreiben beziehungsweise gar nicht erst entstehen zu lassen. Der Pflanzenstoff Naringin kommt in dieser Form nur in der Grapefruit vor, doch andere Bitterstoffe eignen sich ebenfalls Stoffwechsel-Unterstützer. Sie sind beispielsweise in Ingwer, Chicoree und Artischocken enthalten.

Punkten kann die Grapefruit, die nicht mit der Pampelmuse zu verwechseln ist, auch mit ihrem Gehalt an Pektin. Dabei handelt es sich um ein pflanzliches Polysaccharid, also einen unverdaulichen Ballaststoff, der sich vorwiegend in den feinen Trennhäutchen der Fruchtsegmente befindet. Es quillt in Magen und Darm auf und sorgt somit für ein angenehmes Sättigungsgefühl. Wie das Nargirin, so ist auch das Pektin nach wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Lage, sich positiv auf den Blutzucker- und Cholesterinspiegel auszuwirken.

Wechselwirkungen mit Medikamenten möglich

Zitrusfrüchte sind bekanntlich reich an Vitamin C. Schon mit drei Grapefruits pro kann ein Erwachsener den durchschnittlichen Bedarf decken und damit viel für die Stärkung des Immunsystems tun. Vitamin C hat aber auch die Fähigkeit, die Ausschüttung von Noradrenalin zu fördern. Dies führt wiederum dazu, dass der menschliche Körper seinen Energieverbrauch auf Touren bringt und auch den Fettabbau. Grapefruits enthalten außerdem Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen, Calcium und nicht zuletzt Kalium, das besonders effektiv beim Entwässern des Gewebes ist.

Wer seinen überflüssigen Pfunden mit Hilfe von Grapefruits zu Leibe rücken möchte, muss einiges beachten. Ganz wichtig: Wechselwirkungen mit Medikamenten sind nicht auszuschließen. Einige Inhaltsstoffe der so harmlos anmutenden Frucht, vermutlich vornehmlich das Naringin, sind leider in der Lage, die Wirkung von Arzneimitteln herabzusetzen oder sogar fast gänzlich aufzuheben. Dies soll zum Beispiel bei Betablockern, Antiallergika und Antibiotika der Fall sein. Menschen, die auf Medikamente angewiesen sind, sollten vor dem regelmäßigen Grapefruit-Verzehr unbedingt ihren Arzt konsultieren. Ratsam ist auf jeden Fall ein Blick in den Beipackzettel.

Abzuraten ist dringend von einer Crash-Diät mit Grapefruits. Einerseits birgt jede einseitige Ernährungsweise per se die Gefahr von Mangelerscheinungen mit unabsehbaren Folgen in sich. Andererseits ist gerade bei der Grapefruit, so viele Vorteile sie haben mag, Vorsicht geboten. Aufgrund des hohen Säuregehalts kann der übermäßige Konsum auf den Magen schlagen. Besser ist es, der Scripps-Studie zu folgen und sich die fein-herben Früchte in kleinen Portionen zuzuführen.

Fruchtfleisch auslöffeln oder den Saft trinken

Empfohlen wird, zehn bis 20 Minuten vor jeder Mahlzeit eine halbe Frucht aus der Schale zu löffeln oder etwa 150 Milliliter Saft zu trinken. Beides sollte nicht gesüßt werden, schon gar nicht mit einfachem Zucker, sonst bleibt die erhoffte Wirkung aus. Der Saft kann mit purem Wasser etwas gestreckt werden. Grapefruits lassen sich auch gut mit anderen Früchten kombinieren, nicht nur mit Artverwandten aus der Zitrusgattung. Deftige Gerichte erhalten durch die Beigabe von Grapefruitstückchen einen interessanten exotischen Anstrich. So harmoniert mageres Putenfilet mit den Früchten – einfach mal ausprobieren!

Wir sprechen hier übrigens nur von Grapefruits, nicht von Pampelmusen. Diese beiden Zitrusfrüchte werden oft einen Topf geworfen. Die Grapefruit ist durch eine wahrscheinlich zufällige Kreuzung von Apfelsine und eben Pampelmuse entstanden, um das Jahr 1750 auf der Karibikinsel Barbados.


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