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BMI Rechner

Der BMI

Der Body Mass Index gilt als Standard, wenn es darum geht, das Körpergewicht eines Menschen zu beurteilen und einzuordnen. Er kann schnell und ohne viel Aufwand berechnet werden. Aufwendige Messungen mithilfe von Instrumenten oder Geräten entfallen. Seine Ermittlung ist daher mit geringen oder überhaupt keinen Kosten verbunden, benötigt werden lediglich Messlatte und Waage. Nichtsdestotrotz wird er zunehmend kritisiert.

Der Körpermasseindex und seine Entwicklung

Entwickelt wurde der Index bereits im Jahr 1832 von dem belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet, nach dem er manchmal auch Quetelet-Index genannt wird. In den 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts nutzen US-amerikanische Versicherungsgesellschaften den Index des Belgiers, um die Lebenserwartung ihrer Klienten zu ermitteln. Sie ordneten Kunden, die als extrem unter- oder übergewichtig galten anderen Risikoklassen zu und forderten demnach von diesen auch andere Prämien. Die WHO benutzt den BMI seit den 1980er Jahren.

Berechnung und Einteilung in Gewichtsbereiche

Der Body Mass Index soll das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße setzen. Er liefert einen Maßstab, der es leicht macht, das Gewicht einer Person mit dem Durchschnitt einer Gesellschaft und einem Ideal zu vergleichen. Mit ihm soll sich auf einen Blick bestimmen lassen, ob ein Mensch als normalgewichtig, über- oder untergewichtig eingeordnet werden kann. Für seine Berechnung wird das Körpergewicht eines Menschen, angegeben in Kilogramm, durch die zum Quadrat genommene Körpergröße in Metern (m²) dividiert (kg / m²). Ein Erwachsener, der 1,70 m groß und 65 kg schwer ist, erhält demnach einen Wert von 22,5.

BMI

BMI ©iStockphoto/ValuaVitaly

Der von der WHO empfohlene Normalbereich liegt bei 20 bis 25 kg/m². Hierbei wird keine Rücksicht auf Alter und Geschlecht genommen. Personen mit einem geringeren Index gelten als untergewichtig. Menschen mit einem Index über 25 kg/m² werden als übergewichtig oder präadipös eingeschätzt. Wer einen Index von mehr als 30 kg/m² hat, wird als adipös eingestuft. Ab einem solchen Wert werden weitere Übergewichtsklassen benannt. Adipositas Grad I gilt für 30 – 34,9 kg/m², Adipositas Grad II für 35 – 39,9 kg/m², Adipositas Grad III bei mehr als 40 kg/m². Ein 1,70 m großer Mensch mit einem Gewicht von 90 kg wäre demnach in den Adipositas Grad I – Bereich eingeteilt werden, während dieselbe Person mit 110 kg bereits Adipositas Grad II und mit 120 kg Grad III erreicht hätte.

Die von der WHO verwendete Klassifikation wird häufig als zu starr angesehen. Vor allem wird hierbei nicht beachtet, dass das Gewicht bei den meisten mit zunehmendem Alter stetig etwas ansteigt. Das gilt keinesfalls als ungesund. Im Gegenteil – ein etwas höheres Körpergewicht trägt dazu bei, dass in zunehmendem Alter das Immunsystem intakt bleibt. Die National Academy of Sciences in den USA hat dies in seine Klassifikation mit einbezogen und unterscheidet, anders als die Weltgesundheitsorganisation, ganze sechs Bereiche, unterteilt nach verschiedenen Altersstufen. Demnach liegt der Normalbereich bei 19 bis 24-jährigen zwischen 19 und 24 kg/m², bei 65-jährigen dagegen zwischen 24 und 29 kg/m².

Die Kritik am Index und dem Normalbereich

Der Index ermöglicht zwar eine schnelle und kostengünstige Einschätzung des Körpergewichtes, geht aber nicht auf individuelle körperliche Merkmale ein. Er erlaubt keine Aussagen darüber, wie sich der Körper zusammensetzt und wie hoch der individuelle Körperfettanteil ist. Selbst bei normalgewichtigen Menschen kann der Anteil an Körperfett sehr unterschiedlich sein. Hinzu kommt, dass viele Muskeln auch viel wiegen. Jemand, der viel Kraftsport treibt, hat demnach mitunter einen viel höheren BMI als ein Mensch, der genauso groß ist, sich aber überhaupt nicht bewegt. Ebenso wenig finden individueller Körperbau und die Fettverteilung am Körper Beachtung. Wie das Fett am gesamten Körper verteilt ist, sagt jedoch viel über den individuellen Gesundheitszustand aus. Ein Mensch, bei dem sich das Fett hauptsächlich am Bauch angesammelt hat, ist höheren Gesundheitsrisiken ausgesetzt, als jemand, bei dem das Fett gleichmäßig am ganzen Körper sammelt. Aus dieser Tatsache ergeben sich die unterschiedlichen Risikofaktoren für Mann und Frau. Eine Standard-Tabelle unterscheidet nicht nach Geschlecht. Dies ist jedoch insofern erforderlich, als dass sich bei Frauen das Fett in der Regel stärker verteilt als bei Männern, die mit meist größerem Bauchfettanteil einem höheren Herzinfarktrisiko unterworfen sind.

Wer dünn ist, is(s)t nicht auch gesund

Immer wieder belegen Studien, dass leicht Übergewichtige eine längere Lebenserwartung haben als magere, untergewichtige Menschen. Wer übergewichtig ist, isst nicht unbedingt ungesünder als schlanke Menschen und auch unter den Normalgewichtigen unterscheiden sich die Essgewohnheiten enorm. Über den Gesundheitszustand entscheiden nicht allein Messzahlen wie der Körpermassindex. Vielmehr ist das „was“ von Bedeutung. Eine gute Alternative zur reinen Ermittlung des Körpergewichts bietet daher die Erstellung eines Ernährungsprotokolls über einen längeren Zeitraum. Hierbei werden alle Lebensmittel erfasst, die der oder die Betreffende über einen bestimmten Zeitraum zu sich nimmt. Nicht allein die Nahrung sollte in solche einem Protokoll dokumentiert werden, sondern auch die Getränke. Zucker im Kaffee gehört ebenso genannt, wie das Glas Orangensaft am Morgen oder die Cola zwischendurch. Während der BMI als solcher nichts über die Ernährung und den allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen aussagt, kann ein Ernährungsprotokoll zumindest schon einmal Einblick in die Ernährungsweise liefern. Ernährungsfehler können offengelegt werden. Eine sinnvolle Ergänzung liefert ein analog geführtes Bewegungsprotokoll. Aufschluss über die Zusammensetzung des Körpers und den individuellen Gesundheitszustand können darüber hinaus Körperfettmessungen und ärztlich vorgenommen Messungen der Hautfaltendicke liefern.

Anders als bei leichtem Übergewicht stellt der Body Mass Index ein anerkanntes Instrument zur Ermittlung von Untergewicht dar. Wer einen Index von unter 18,5 hat, gilt als untergewichtig. Natürlich gibt es Menschen, die von Natur aus sehr schlank sind, dennoch ist Untergewicht auch in Zeiten dünner Schönheitsideale ein ernst zu nehmender Indikator für Mangelzustände. Spätestens, wenn weitere typische Merkmale wie dünnes, stumpfes Haar, eine schuppige Haut, brüchige Nägel oder gar Nachtblindheit hinzu tritt, wird die Einholung ärztlichen Rates notwendig.