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Blähbauch – Ursachen und Behandlung

Der Bauch rumort, fühlt sich aufgebläht an und produziert unangenehme Winde – die Symptome des so genannten Blähbauchs musste laut Umfragen bereits etwa ein Drittel der Deutschen mindestens einmal am eigenen Leib erfahren. Bei manchen Patienten tritt ein Blähbauch regelmäßig auf, zum Beispiel nach dem Genuss bestimmter Nahrungsmittel. Auslöser für die Symptome können ernsthafte Erkrankungen sein. Bei anderen Menschen lassen sich die Ursachen trotz umfänglicher Untersuchungen nicht klären. Was die Gründe für einen Blähbauch sein können und wie man ihn effektiv behandeln kann, lesen Sie hier.

Definition und Symptome des Blähbauchs

Ein Blähbauch oder Gasbauch, medizinisch auch als Meteorismus bezeichnet, tritt typischerweise am Nachmittag oder Abend auf. Bei einem Blähbauch hat sich im Darm, gelegentlich auch im Magen, selten im freien Bauchraum eine große Menge Gas angesammelt. Der Bauch fühlt sich daher aufgebläht und vorgewölbt an. Manchmal kann man die kugelförmige Aufblähung auch von außen erkennen. Der Blähbauch geht meist mit Völle- und Spannungsgefühlen einher. Der Bauch ist hart und druckempfindlich. Krampfartige Schmerzen im Ober- oder Unterbauch sind häufige Begleiterscheinungen. Sie werden verstärkt, wenn der Patient sich in sitzende Position begibt und bei einengender Kleidung.

Der Darm gibt glucksende, gluckernde oder gurgelnde Geräusche von sich. Gerade wenn sich ein Patient mit Blähbauch in Gesellschaft befindet, sind neben den unangenehmen Geräuschen auch möglicherweise abgehende Winde (Flatulenz) peinlich. Ein Zurückhalten der Gase ist zwar gesellschaftlich erwünscht, verstärkt aber die Beschwerden des Patienten. Ein Blähbauch bessert sich in der Regel erst nach Ablassen der Winde oder von Stuhlgang. Ein Blähbauch kann aber auch ohne verstärkten Abgang von Gasen aus dem Darm auftreten. Ein Blähbauch geht häufig mit Stuhlunregelmäßigkeiten wie beispielsweise Durchfall einher. Das Wohlbefinden und die allgemeine Leistungsfähigkeit sind stark eingeschränkt, da sich die Aufmerksamkeit des Patienten ganz auf die Schmerzen in der Körpermitte richtet.

Übersicht: Mögliche Ursachen eines Blähbauchs

Viele Menschen leiden – ob sie es wissen oder nicht – unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Wenn sie die unverträglichen Nahrungsmittel aufnehmen, rebellieren Magen und Darm. Für den so genannten Blähbauch kommt aber eine ganze Reihe weiterer möglicher Ursachen in Frage: Darmparasiten, Entzündungen im Magen oder Darm, aber auch Bewegungsmangel. In den meisten Fällen ist ein Blähbauch eine zwar unangenehme, im Grunde aber harmlose Erscheinung. Wenn die Beschwerden häufiger und/oder stärker werden, sollte jedoch in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, da durchaus auch ernste Erkrankungen hinter den Symptomen stecken können.

Ursachensuche: Was wir essen

Zunächst einmal ist es völlig normal, dass bei der Verdauung einiger Lebensmittel mehr Gase im Verdauungstrakt anfallen als bei anderen. Besonders blähend wirken
– Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und andere zwiebelartige Gemüsesorten
– die meisten Kohlsorten
– Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen)
– Getränke mit Kohlensäure, Kaffee, Bier
Vor allem ballaststoffreiche Ernährung führt zu vermehrter Gasbildung. Wer sich gesund ernährt, hat in dieser Hinsicht also ein erhöhtes Risiko für die beschriebenen Beschwerden. Im Zweifelsfall sollte auf besonders blähende Lebensmittel eine Zeit lang verzichtet werden.

Ursachensuche: Wie wir essen

Um dem Verdauungstrakt gute Voraussetzungen dafür zu schaffen, seine Arbeit ohne vermehrte Gasbildung zu erledigen, ist es aber nicht nur wichtig, auf eine günstige Auswahl von Lebensmitteln zu achten. Wichtig ist auch, wie wir unsere Nahrung zu uns nehmen. Wer das Essen hinunterschlingt, schluckt dabei einerseits viel Luft, die später weiter Richtung Darm transportiert wird. Das Essen wird bei allzu hastiger Nahrungsaufnahme auch nicht gut genug von den Zähnen und den im Speichel enthaltenen Enzymen vorbereitet. Magen und Darm müssen Verdauungsarbeit leisten, die eigentlich im Mund bereits hätte vorbereitet werden sollen.

Ursachensuche: Wie viel wir uns bewegen

Wer hauptsächlich in sitzender Position verharrt und nicht auf regelmäßige Bewegung achtet, dessen Darm ist ständig eingequetscht und zusammengeklappt. Die für die Verdauungsarbeit notwendigen Eigenbewegungen des Darms sind nicht oder nur eingeschränkt möglich. Wer an solch einem bewegungsarmen Bürotag dann auch noch blähendes Essen zu sich nimmt und womöglich nicht bewusst und langsam genug kaut, bekommt die Quittung möglicherweise in Form unangenehmer Blähungen. Auch wenn Sie es nicht schaffen, vor dem Arbeitstag oder nach dem Feierabend Sport zu treiben, sollten Sie auf ausreichend Bewegung achten. Das kann schon ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause sein.

Ursachensuche: Reizmagen und Reizdarm

Wer häufig und über einen längeren Zeitraum hinweg an den beschriebenen Symptomen leidet, hat möglicherweise einen Reizmagen oder Reizdarm. Beim Reizmagen konzentrieren sich die Beschwerden auf den Oberbauch, beim Reizdarm auf die unteren Bereiche des Bauchs. Dabei sind die Übergänge fließend. Bei manchen Patienten treten Reizmagen und Reizdarm zusammen auf.
Häufig gehen die Beschwerden einher mit vermehrtem Aufstoßen, Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Refluxkrankheit, Sodbrennen) und erhöhter Schmerzsensibilität.
Als mögliche Ursachen für Reizmagen und Reizdarm kommen in Frage
– Infektionen von Magen und/oder Darm
– ungeeignete Ernährung
– Alkoholmissbrauch
– Nikotinkonsum
– psychische Ursachen, beispielsweise Stress
In jedem zweiten Fall wird allerdings keine organische Ursache gefunden.

Blähbauch

Blähbauch ©iStockphoto/scyther5

Ursachensuche: Psyche

Wenn keine organischen Ursachen für die Blähbauchsymptome gefunden werden, spielt häufig die Psyche eine Rolle. Länger anhaltender Stress und nicht behandelte Ängste können für sich genommen bereits die genannten Beschwerden auslösen. Häufig steht Stress zusätzlich in Zusammenhang mit ungesunden Ernährungsgewohnheiten – sowohl was die Auswahl der Nahrungsmittel betrifft (Fast Food/Junk Food) als auch was die Art und Weise angeht, wie die Nahrung aufgenommen wird (zu hastiges Essen, zu wenig Kauen, zu geringe Einspeichelung).
Neben einer Umstellung der Ernährung, gegebenenfalls unter fachkundiger Anleitung eines Ernährungsberaters oder Arztes, helfen hier auch Entspannungsübungen und gezielte Ausgleichszeiten beispielsweise durch Sport oder andere Hobbys. Wer unter schwerwiegenderen psychischen Problemen leidet, sollte professionelle Hilfe durch einen Therapeuten annehmen. Neben der Beseitigung der Blähbauchproblematik wird der Patient durch ein allgemein gesteigertes Wohlbefinden profitieren.

Ursachensuche: Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Die Liste möglicher Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist lang. Die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind
– Laktoseintoleranz: Betroffene können den in Milchprodukten enthaltenen Milchzucker nicht verarbeiten – oder nicht mehr, denn eine Laktoseintoleranz kann sich auch im Erwachsenenalter entwickeln. Vor allem in asiatischen Bevölkerungen geht die Laktoseverträglichkeit bald nach Entwöhnen des Säuglings von der Muttermilch signifikant zurück. Das zur Verdauung von Milchzucker notwendige Enzym Laktase ist dann in nicht mehr ausreichender Menge im Körper vorhanden. Auf den Genuss von Milch und Milchprodukten reagiert der Körper recht unmittelbar mit Blähungen, Krämpfen und Durchfällen.
– Kuhmilcheiweißunverträglichkeit: Wer feststellt, dass er auf den Genuss von Milchprodukten mit einem Blähbauch reagiert, dem ist nicht unbedingt mit der Umstellung auf laktosefreie Produkte geholfen. Neben der Unverträglichkeit gegen Milchzucker gibt es außerdem auch Intoleranzen gegenüber Kuhmilcheiweiß. Hier hilft nur die Umstellung auf Milchprodukte von anderen Tieren bzw. auf pflanzliche Ersatzmilchprodukte.
– Glutenallergie: Wer das in Weizen und (in geringeren Mengen) anderen Getreidesorten enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht verträgt, reagiert auf den Genuss von Brötchen, Brot, Kuchen und Keksen häufig mit den Symptomen eines Blähbauchs. Eine Gluten-Unverträglichkeit gibt es in verschiedenen Ausformungen. Wer unter der intensivsten Form, der Zöliakie, leidet, reagiert schon auf geringste Spuren von Gluten in der Nahrung. Die meisten Menschen können die beschriebenen Beschwerden umgehen, wenn sie Gluten bei ihrer Ernährung weitgehend reduzieren. Es gibt glutenreduzierte und spezielle glutenfreie Mehlsorten, Spezialbrote und -brötchen sowie süße Backwaren im Handel. Die Umstellung auf glutenfreie oder glutenarme Ernährung erfordert aber doch einiges an Disziplin und Aufwand, da die europäische Küche stark auf Weizenmehlprodukte ausgerichtet ist.
– Histaminintoleranz: Wer bemerkt, dass er vor allem nach einem Abend mit Rotwein und lange gereiftem Käse Symptome eines Blähbauchs entwickelt, leidet möglicherweise unter einer Histaminintoleranz. Das bedeutet, dass in seinem Körper zu wenige der spezifischen Enzyme vorhanden sind, die für den Abbau des Naturstoffs Histamin zuständig sind. Neben Rotwein und Käse enthalten auch folgende Lebensmittel viel Histamin: Bier, geräuchertes Fleisch, Tomaten und Tomatenprodukte sowie Nahrungsmittel mit einem langen Gärungsprozess, beispielsweise Sauerkraut. Die beste Therapie besteht darin, auf die genannten Lebensmittel zu verzichten. Wem dies nicht möglich ist, kann sich Nahrungsergänzungsmittel mit dem Enzym Diaminooxidase besorgen. Diaminooxidase ist genau das Enyzm, das bei einer Histaminintoleranz in nicht ausreichendem Maße im Organismus vorhanden ist.

Ursachensuche: bakterielle Überwucherung

Gelegentlich gerät die Darmflora ins Ungleichgewicht. Als Folge von Operationen oder Krankheiten ist der normalerweise eher keimarme Dünndarm von einer übermäßigen Anzahl an Bakterien besiedelt. Unspezifische Bauchbeschwerden und Durchfälle sind die Folge. Daraus kann sich selten eine Entzündung des Dünndarms entwickeln, die zu einer Mangelversorgung unter anderem mit Vitaminen führt. Je nach zu Grunde liegender Ursache wird die bakterielle Überwucherung operativ oder medikamentös therapiert. Eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms kann allerdings auch völlig ohne Symptome bleiben.

Ursachensuche: Darmpilz

Der Darm kann Ort der Besiedelung durch Hefen sein; im Bereich des Darms handelt es sich meist um den Hefepilz Candida albicans. Der Pilz selbst bereitet dem Patienten keine Beschwerden. Nimmt der Patient mit der Nahrung viele weißmehl- und zuckerhaltige Stoffe auf, kann sich der Hefepilz rasant vermehren. Wenn der Pilz dann die Kohlenhydrate verstoffwechselt, entstehen Kohlendioxid und Fuselakohole – und diese bereiten durchaus Beeinträchtigungen wie Blähbauch, Schmerzen und Völlegefühl. Weitere mögliche Symptome bei deiner Besiedlung durch Candida albicans sind erhöhte Leberwerte bis hin zu Leberschädigungen, Migräne, Stuhlunregelmäßigkeiten wie Durchfall und Verstopfung sowie Brennen und Jucken am After. In fortgeschrittenen Fällen kommt es zu Herzbeschwerden und Atemnot, weil der ständig geblähte Bauch nach oben drückt und Herz und Lunge bedrängt. Auch so unspezifische Beschwerden wie Gelenkschmerzen können mit Candida albicans in Verbindung stehen.

Darmpilz wird meist zunächst mit einem Pilz abtötenden Antimyotikum behandelt, beispielsweise Nystatin. Während der Therapie sollte zusätzlich den Hefen die Nahrungsgrundlage entzogen werden. Das bedeutet einen möglichst weitgehenden Verzicht auf weißmehl- und zuckerhaltige Nahrungsmittel, aber auch Alkohol. Ist der Darmpilz beseitigt, sollte die Darmflora mit spezifischen gesundheitsfördernden Darmkeimen unterstützt werden, damit sich wieder eine Besiedelung mit „guten“ Bakterien etablieren kann.

Ursachensuche: Darmlähmung und Darmverschluss

In seltenen, aber sehr ernsten Fällen steht hinter dem Blähbauch eine Darmlähmung (paralytischer Ileus) oder ein Darmverschluss (mechanischer Ileus). Dabei wird die Darmpassage vollständig oder teilweise (Subileus) gestoppt. Ursache eines mechanischen Ileus ist ein Hindernis im Darm, entweder ein Kotballen oder ein Tumor. Das Hindernis kann auch durch Darmdrehungen oder Verwachsungen oder Verschlingungen des Darms entstehen.
Beim paralytischen Ileus ist die Darmwandmuskulatur gelähmt und kann den Darminhalt nicht weitertransportieren. Auslöser sind eine Bauchspeicheldrüsen-, eine Blinddarm- oder eine Gallenblasenentzündung oder aber bestimmte Medikamente oder eine vorhergehende Operation im Bauchraum.

Ein Ileus ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand. Es droht akutes Kreislaufversagen. Der Arzt kann bereits durch Abhören des Bauchraums und äußere Begutachtung des Blähbauchs eine erste Diagnose erstellen. Röntgen-, Ultraschall- und Laboruntersuchungen bestätigen sie. Bei einem mechanischen Ileus muss das Hindernis schnellstmöglich mittels Operation beseitigt werden. Ein paralytischer Ileus wird meist medikamentös behandelt (Antibiotikagabe). Begleitend wird der Darminhalt abgesaugt und auf ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit und Salzen geachtet.

Ursachensuche: Darmkrebs

Sowohl der Dickdarm als auch der Enddarm können Ort für einen Tumor sein. Gutartige Gewebeveränderungen und Polypen (Wucherungen) in der Darmschleimhaut können sich, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, zu einem bösartigen Tumor entwickeln. Eines der typischen Anzeichen für einen Darmtumor ist neben den bereits bekannten Symptomen eines Blähbauchs Blut im Stuhl. Da die Heilungschancen umso besser sind, je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, sollte bei entsprechenden Beschwerden stets umgehend ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Weitere mögliche Ursachen für einen Blähbauch

Eher selten auftretende weitere Ursachen können sein
– Pfortaderhochdruck (Portale Hypertension): Auf Grund von Lebererkrankungen staut sich das Blut in der Pfortader, die es aus den Bauchorganen Richtung Leber transportiert. Dieser Blutstau kann auf die Verdauungsorgane rückwirken und zu einem Blähbauch führen.
– Allgemeine Herzschwäche und Schwächung der rechten Herzkammer: Venenblut, das eigentlich Richtung Herz fließen soll, staut sich bis in die Leber zurück. Es entsteht ein Pfortaderhochdruck mit den oben beschriebenen Problemen.
– Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung: Wenn die Bauchspeicheldrüse entzündet ist, stehen für die Verdauung benötigte Enzyme in nicht ausreichender Zahl zur Verfügung. Es kommt zu ausgeprägten Verdauungsproblemen.

Behandlungsmöglichkeiten bei einem Blähbauch

So vielfältig die möglichen Ursachen sind, so unterschiedlich sind auch die Optionen zur Behandlung der Blähbauchsymptomatik. Grundsätzlich sollte ein Arzt immer dann hinzugezogen werden, wenn der Blähbauch von Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Blut im Stuhl begleitet wird.
– Hausmittel: Wer nur gelegentlich unter einem Blähbauch leidet und wessen Symptome nicht allzu quälend sind, dem ist möglicherweise mit einem Magentee gut geraten. Traditionell werden Magen-Darm-Probleme in der Kräuterheilkunde mit Aufgüssen von Fenchel, Anis, Kümmel, Rosmarin, Pfefferminze und/oder Melisse behandelt.
Ein traditionelles Mittel zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden ist der so genannte Schwedenbitter, ein alkoholisches Getränk, das idealerweise vor der Nahrungsaufnahme eingenommen wird.
Wärme wirkt in der Regel lindernd bei Blähbauchbeschwerden. Moderat warme Wärmflaschen oder Körnerkissen (beispielsweise Dinkelkissen, Kirschkernkissen) können krampflösend wirken.
Wer Berührung am Bauch verträgt, dem könnte mit einer vorsichtigen Massage geholfen sein. Wichtig ist es, im und nicht etwa gegen den Uhrzeigersinn um den Nabel herum zu massieren. So wird der Speisebrei weiter auf seinem Weg Richtung After geschoben.
– Naturheilkunde: Die Homöopathie kennt mehrere Mittel gegen die Symptome eines Blähbauchs. Am häufigsten wird Nux vomica eingesetzt, aber auch Argentum nitricum, Lycopodium, Carbo vegetabilis und Colchicum kommen in Frage. Bei der Bestimmung des am besten geeigneten Mittels geht die Homöopathie immer vom ganzen Menschen aus. Sie zieht auch die so genannte Konstitution und gegebenenfalls weitere Symptome zur Entscheidung für das Mittel der Wahl heran.

Wer Schüssler-Salze verwendet, könnte von der Einnahme von Natrium sulfuricum D6 (Nr. 10), Natrium phosphoricum D6 (Nr. 9) oder Kalium chloratum D6 (Nr. 4) profitieren.
In der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die ebenfalls von einem ganzheitlichen Menschenbild ausgeht, wird der Blähbauch mit Tees aus wertvollen Heilkräutern behandelt. Ergänzend wird ein TCM-Arzt Hinweise zum Thema Ernährung geben.
Auch Akupunktur und Akupressur können bei Blähbauch Linderung verschaffen.
– Ernährungsumstellung: Wer bestimmte Lebensmittel im Verdacht hat, Auslöser für die Beschwerden zu sein, kann zunächst im Eigenversuch einige Zeit auf diese Zutaten verzichten. Ein Ernährungstagebuch kann helfen. Wenn der Blähbauch dann nicht mehr auftritt, ist das Problem auf unkomplizierte Weise gelöst.

Wenn die Beschwerden stärker sind und/oder man den Ursachen selbst nicht auf die Spur kommt, sollte man einen Ernährungsberater aufsuchen. Er wird nach einer ausführlichen Anamnese (meist mit mehrtägigem Führen eines Ernährungstagebuchs) und umfangreichen Tests genau sagen können, welche Nahrungsmittel künftig besser gemieden werden sollten beziehungsweise unter welchen Voraussetzungen und in welchen Mengen sie eingenommen werden können. Die meisten Ernährungsberater geben auch Tipps, wodurch ungünstige Lebensmittel ersetzt werden können, damit der Verzicht nicht so schwer fällt.
– Schulmedizin: Falls die Ursachen nicht im Bereich der Ernährung liegen, ist auf jeden Fall der Arzt der richtige Ansprechpartner. Mit verschiedensten Untersuchungsmethoden (Anamnesegespräch, Abhören, Abtasten, Ultraschall, Röntgen …) kann er organischen Ursachen für den Blähbauch auf den Grund gehen. Wird eine Erkrankung gefunden, auf die die Beschwerden zurückgeführt werden können, richtet sich die Therapie nach Art der Erkrankung.

Zusammenfassung

Ein gelegentlich auftretender Blähbauch ist in der Regel ein zwar unangenehmes, aber im Grunde harmloses Phänomen. Werden die Symptome stärker oder treten öfter auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Zum einen schränken die Magen-Darm-Probleme das allgemeine Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft ein. Zum zweiten können sich ernsthafte Krankheiten hinter einem Blähbauch verbergen. Drittens kann auch dann, wenn keine schlimme Erkrankung als Ursache bestimmt werden kann, der Darm auf Dauer seine Arbeit nicht ordnungsgemäß verrichten. Es kommt zu Unterversorgungen mit lebensnotwendigen Stoffen und Vitaminen. Das Immunsystem, das zu einem großen Teil seinen Sitz im Darm hat, wird geschwächt. Dies kann Folgeerkrankungen nach sich ziehen.