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Auf sanfte Art entwässern – Gewebewasser adé

Wenn es um das Gewicht geht, haben insbesondere Frauen nicht nur mit überschüssigem Fett sondern auch mit Gewebewasser zu kämpfen. Letzteres tritt unter anderem bei Schwangeren, übergewichtigen Personen aber auch bei älteren Menschen auf. Darüber hinaus leiden einige Frauen im Rahmen des prämenstruellen Syndroms (PMS) unter hormonbedingten Wassereinlagerungen. Folgender Beitrag nennt hilfreiche Tipps und Tricks, um das Wasser auf natürliche Weise aus dem Körper zu schleusen.

Wassereinlagerungen – Nicht nur ein optisches Problem

Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe lassen Beine, Knöchel, Finger oder auch das Gesicht – insbesondere die Augenpartie – unschön anschwellen. Dadurch kommt es zu einer Gewichtszunahme, die nicht nur als kosmetisch störend empfunden wird. Denn es kann auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen, wenn Blutkreislauf und Herz durch das Wasser zu stark belastet werden. Temporär können Wasseransammlungen entstehen, wenn Personen beispielsweise viel im Büro sitzen oder stehen müssen. Wer nicht regelmäßig unter hormonbedingten Wassereinlagerungen – wie bei dem PMS – leidet und diese Beschwerden plötzlich auftreten, sollte unbedingt die Diagnose eines Arztes einholen, um eine organische Problematik auszuschließen. Hier liegt der Fokus auf Herz- oder Nierenstörungen wie bei einer Herzinsuffizienz, Gicht oder als Folge einer Niereninsuffizienz. Schwangere sollte sich auch mit ihrem Arzt besprechen, bevor sie im Alleingang auf entwässernde Medikamente setzen.

Weitere Ursachen von Wasseransammlung im Gewebe

Die Gründe für Wassereinlagerungen sind facettenreich. Diesbezüglich sind unter anderem Erkrankungen des Lymphsystems – zum Beispiel verengte Lymphgefäße – zu nennen. Wer sich zu salz- und zuckerreich ernährt, läuft auch Gefahr, zu viel Gewebewasser einzulagern, da beide Substanzen Wasser binden können. Auch Gefäßerkrankungen wie bei Arteriosklerose oder Diabetes kommen als Ursache in Frage. Zu viel Gewebewasser kann sich auch aufgrund von Lebererkrankungen – beispielsweise als Folge einer Leberzirrhose – ansammeln. Und nicht zuletzt können auch wasserbindende Medikamente der Auslöser sein. All diese möglichen Ursachen bedürfen einer medizinischen Diagnose und entwässernde Dragées und Co. dürfen in diesem Fall nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Entwässern

Entwässern ©iStockphoto/PongsakornJun

Ausreichend trinken & wasserreiches Obst und Gemüse verzehren

Um das Ausleiten von Gewebewasser zu aktivieren, ist es zunächst wichtig, die Trinkmenge zu steigern, um die Ausscheidungen – über eine stimulierte Nierenaktivität – anzuregen. Zusätzlich ist es sinnvoll, auf wasserreiche Obst- und Gemüsesorten zurück zu greifen. Wer gleichzeitig Gewicht auf Basis von Fettgewebe verlieren möchte, sollte zuckerarmes Gemüse wie Gurke favorisieren. Im Idealfall wählt man solche Gemüsesorten aus, die zusätzlich kaliumreich sind, da das Duo aus hoher Flüssigkeitszufuhr und Kalium doppelt wirksam gegen Gewebewasser ist. Zuckerarmes Obst und Gemüse ist nicht nur kalorienärmer, sondern bindet – aufgrund des niedrigeren Zuckergehalts – auch weniger Wasser.

Kaliumreiche Lebensmittel können sanft Abhilfe schaffen

Der Mineralstoff Kalium besitzt entwässernde Effekte. Diesbezüglich sind Ananas, Erdbeeren, Spargel, aber auch Reis oder Kartoffeln zu nennen. Auch hier gilt: soll nicht nur Wasser aus dem Gewebe geschleust werden, sondern zusätzlich der Fettabbau angekurbelt werden, ist kaliumreiches Gemüse kohlenydratreichem Getreide wie Reis bzw. Kartoffeln vorzuziehen. Wichtig ist diesbezüglich, die Speisen möglichst nur sehr dezent oder gar nicht zu salzen, da dieses die Wasserausscheidungen reduziert. Eine ebenfalls harntreibende Wirkung besitzen Aprikosen, Bananen, Beeren wie Himbeeren, Brombeeren oder Johannisbeeren, Rhabarber und Wassermelone. Gleiches gilt für Fenchel, Sellerie, Tomaten, Kopfsalat und Sauerkraut. Spargel hat den entscheidenden Vorteil, dass er neben Kalium auch die Aminosäure Asparaginsäure enthält. Dieses Duo steigert die Wasserausscheidung über eine Anregung der Nierentätigkeit. Zusätzlich zu den harnbildenden Effekten kann die Asparaginsäure Salz binden, was ebenfalls die Wasserausscheidung intensiviert.

Entwässernde Teezubereitungen

Wer sich einen entwässernden Kräutertee zubereiten möchte, liegt mit Brennnesseln, Birkenblättern, Löwenzahn oder Schachtelhalm Gold richtig. Den Tee am besten über den Tag verteilt trinken. Für das Büro beispielsweise gleich morgens eine große Kanne zubereiten. Die Wirkstoffe aus Brennnesseln und Birkenblättern sind auch als Dragées erhältlich. Neben den genannten Kräutern sollte die Flüssigkeitszufuhr über kaliumreiches sowie natriumarmes Mineralwasser erfolgen. Während Brennnessel-Extrakt die Wasserausscheidung über die enthaltende Kieselsäure und über harntreibende Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) steigert, besitzt Löwenzahn-Extrakt Bitterstoffe, die anregend auf Blase und Niere wirken. Flavonoidreiche Birkenblätter können auch als Birkenblätter-Saft aufgenommen werden, der im Reformhaus erhältlich ist. Dieser kann mit kaliumreichem Mineralwasser – und auf Wunsch zusätzlich mit etwas Saft – zu einem erfrischenden Getränk gemixt werden. Wer unter einer Birkenpollen-Allergie leidet, sollte allerdings unbedingt auf andere Kräuter zum Entwässern zurückgreifen.

Köstliche Rezepte zum Entwässern

Auf Basis der genannten Lebensmittel lassen sich leckere Gerichte zusammenstellen. Bei den herzhaften Speisen sollte unbedingt der Tipp beherzigt werden, nur wenig Salz zu verwendet. Alternativ kann das Essen mit frischen Kräutern, Gewürzen, Knoblauch, Ingwer, Chili und Zwiebel pikant aromatisiert werden. Als Vorspeise eignet sich eine Spargelcremesuppe oder ein Spargelsalat aus grünen Spargelspitzen mit Erdbeeren auf Feld- oder Kopfsalat. Auch aus Fenchel lassen sich Suppen oder Vorspeisen à la geschmorter Fenchel zubereiten. Darüber hinaus besitzt auch ein Tomaten-Salat mit Zwiebeln und frischer Petersilie oder eine Tomaten-Suppe einen harntreibenden Effekt.

Für eine Hauptspeise eignet sich ein Sellerie-Kartoffel-Purée, Reis mit Tomaten-Sellerie-Soße oder eine Gemüse-Reis-Pfanne mit kaliumreichem Gemüse. Auch in Olivenöl marinierter und gebackener Spargel mit Kartoffeln liefert eine Extraportion Kalium. Wer insgesamt an Gewicht – und nicht nur Wasser – verlieren möchte, sollte natürlich auf die kalorienreiche Sauce Hollandaise verzichten. Ein weiteres köstliches Spargel-Rezept ist ein nur leicht gesalzenes Spargel-Risotto mit einem Petersilien-Topping.

Fruchtige Desserts & Getränke mit einer Extraportion Kalium

Als Desserts eignet sich ein Obstsalat aus ‚gekugelter‘ Wassermelone oder aus frischen Beeren mit Aprikosen. Auch ein Eis oder ein Sorbet aus kaliumreichem Obst ist bestens zum Entwässern geeignet. Gleiches gilt für Obst-Kompott aus Johannisbeeren und Co. Auch kaliumreiche Smoothies sind ein idealer Mix aus Wasser und dem harntreibenden Mineralstoff. Als nährstoffreicher Snack eignen sich auch grüne Smoothies aus Beeren, Ananas, Banane und Aprikose mit Salat, Gurke und Löwenzahn. Die Teezubereitungen auf Basis von Brennnesseln, Birkenblättern oder Löwenzahn lassen sich auch abkühlt zu Erfrischungsgetränken umwandeln. Diese mit Eiswürfeln ‚on the rocks‘ servieren und mit etwas naturtrübem Apfelsaft auf natürliche Weise süßen. Oder gefrorene Beeren – zum Beispiel Himbeeren – als Alternative zu Eiswürfeln zum Kühlen verwenden.

Weitere Tipps & Tricks zum Entwässern

Um den Stoffwechsel anzuregen, ist es darüber hinaus empfehlenswert, ausreichend Bewegung in den Tag zu integrieren. Wer im Job den ganzen Tag sitzen muss, sollte immer mal wieder kurz aufstehen oder zumindest die Beine heben und die Füße kreisen lassen. Alle Massagetechniken, die auf das Lymphsystem abzielen – beispielsweise eine Fußreflexzonenmassage – können ebenfalls zum Entwässern genutzt werden. Für zuhause gibt es praktische Poster, auf denen die einzelnen Lymphbahnen samt Massagerichtung angezeigt werden. Auch ‚Kneippsche Güsse‘ – unter Berücksichtigung des Lymphsystems – sind empfehlenswert.

Alternative Methoden

Spezielle Yoga-Techniken können neben Massagen das Lymphsystem und die Aktivität von Leber und Niere aktivieren. Laut Ayurveda kann auch ein Glas heißes Wasser bei überschüssigem Gewebewasser sanft Abhilfe schaffen. Yogis empfehlen, das Wasser morgens – in kleinen Schlücken auf nüchternen Magen – zu trinken. Dadurch soll der Stoffwechsel in Schwung gebracht und Giftstoffe aus dem Körper ausgeleitet werden. Wem pures Wasser zu langweilig schmeckt, kann etwas Ingwer und einen Schuss Zitronensaft zugeben.