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Säure- und Basen-Diät

Die Säure-Basen Diät ist eine Ernährungsform, die auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers ausgerichtet ist. Sie geht davon aus, dass alle chemischen Abläufe im menschlichen Organismus auf einen konstanten und ausgewogenen Säuregrad der Körperflüssigkeiten angewiesen sind, um problemlos zu funktionieren. Abweichungen stören die Prozesse und können langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen.

Von Säuren und Basen
Sämtliche Körperflüssigkeiten enthalten sowohl Säuren als auch Basen. Sie entstehen in den Zellen, indem bestimmte Stoffwechselvorgänge ablaufen. Diese werden durch die mit der Nahrung aufgenommenen Nährstoffe unterstützt. Säuren und Basen sind dafür verantwortlich, dass die Prozesse im Körper reibungslos ablaufen. Dabei ist es wichtig, dass beide in einem bestimmten, ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Die allermeisten Vorgänge im Körper benötigen ein neutrales oder leicht basisches Milieu. Säure wird vor allem für unsere Verdauung benötigt. Auch die Haut verfügt über ein eher saures Milieu, damit sie ihre Schutzfunktion gegen schädigende äußere Einflüsse optimal wahrnehmen kann.
Ausdruck des Säure-Basen-Verhältnisses ist der pH-Wert (potentia hydrogenii, heißt: Wirksamkeit des Wasserstoffs) Er gibt Auskunft über die Konzentration positiv geladener Wasserstoff-Ionen und damit der Säure in einer Flüssigkeit. Ein pH-Wert von 7 gilt als neutral, das Säure-Basen-Verhältnis ist im Gleichgewicht. Der pH-Wert 1 steht für stark sauer, ein pH-Wert von 14 bedeutet stark basisch. Das menschliche Blut sollte idealerweise einen pH-Wert von 7,4 aufweisen.

Säuren und Basen

Säuren und Basen ©iStockphoto/starfotograf

Wenn Säuren und Basen ins Ungleichgewicht geraten
Gerät das Verhältnis zwischen sauer und basisch aus dem Gleichgewicht, kann der Körper das zunächst über verschiedene Ausgleichssysteme und über die Ausscheidungsfunktionen auffangen, jedoch nur bis zu einem gewissen Grad und eine gewisse Zeit lang. Auf Dauer können die Stoffwechselvorgänge aber nicht mehr ohne Störungen ablaufen. Der Organismus kann dann mit gesundheitlichen Problemen reagieren. So ist beispielsweise das Blut auf einen pH-Wert zwischen 7,36 und 7,44 angewiesen, um seinen Transportaufgaben für Nährstoffe und Sauerstoff sowie seinen Abwehr- und Wärmeregulierungsaufgaben optimal nachkommen zu können. Die Spanne, in der Schwankungen vom Organismus toleriert werden, ist also recht klein. Ähnlich verhält es sich in anderen Bereichen des Körpers.

Mit einem dauerhaft gestörten Säure-Basen-Verhältnis werden Gesundheitsprobleme wie Gelenkerkrankungen, rheumatische Beschwerden und Gicht, Allergien, Osteoporose, Magenschleimhauterkrankungen und Sodbrennen, Pilzinfektionen, ein geschwächtes Immunsystem bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen in Zusammenhang gebracht. Auch Abgeschlagenheit, schnelles Ermüden, Schlafprobleme oder Muskelanspannungen werden genannt, wenn es um mögliche Folgen eines aus der Balance geratenen Säure-Basen-Haushalts geht. Dabei handelt es sich praktisch immer um eine Übersäuerung (Azidose), die durch eine ungünstige Ernährung hervorgerufen oder zumindest stark mit beeinflusst wird. Man spricht von einer „schleichenden Übersäuerung“. Ein Überschuss an Basen (Alkalose) kommt hingegen selten vor. Als medizinisches Krankheitsbild ist hier die Hyperventilation (extrem verstärkte Atmung) zu nennen. Sie kann zu einem akuten Basenüberschuss mit Muskelkrämpfen führen. Ein krankhafter Basenüberschuss durch die Ernährung ist nicht möglich. Eine Säure-Basen Diät ist also gut geeignet, um einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt im Körper herzustellen und dauerhaft zu halten.

Saure, basische und neutrale Lebensmittel
In der Säure-Basen Diät werden sämtliche Nahrungsmittel in drei Gruppen eingeteilt: Es gibt nach diesem Verständnis auf den Körper sauer wirkende, basisch wirkende und neutrale Lebensmittel. Nun kommt es darauf an, möglichst viele basisch wirkende Produkte in seinen täglichen Speiseplan einzubauen. Als ideales Verhältnis gilt 20 % saure und 80 % basische Lebensmittel. Da zusätzlich neutrale Lebensmittel hinzukommen, verschiebt sich das prozentuale Verhältnis natürlich immer etwas zugunsten der einen oder anderen Seite.

• Saure Lebensmittel:

Sauer werden vor allem Fleisch und Fleischprodukte sowie Fisch eingestuft. Auch alle aus Weißmehl hergestellten Back- und Teigwaren sowie polierter Reis gelten als Säurebildner. Haltbare Milch und H-Sahne, Butter, Crème fraîche, Käse (auch Schmelz- und Frischkäse) stehen ebenfalls auf der Liste der sauer wirkenden Lebensmittel. Einige Nussarten (Erdnüsse, Leinsamen, Sesam) sowie wenige Gemüsesorten (etwa Linsen, Erbsen, Rosenkohl und alle Gemüsekonserven) stehen auch auf der sauren Seite. Hinzu kommen alle alkoholischen Getränke sowie Kaffee, kurz gezogener Schwarztee, Limonaden und kohlensäurehaltiges Mineralwasser.

• Basische Lebensmittel:
Basisch wirken alle Früchte und die überwiegende Zahl an Gemüsesorten. Beim Getreide werden hier nur Buchweizen und Sojamehl genannt. Nussorten wie Haselnüsse und Kürbiskerne, Butter- und Frischmilch sowie Molke, Eigelb, Kräutertee, lang gezogener Schwarztee und kohlensäurefreies Mineralwasser gelten ebenfalls als basenbildend.

• Neutrale Lebensmittel:
Vollkorn und Vollkornprodukte, Vollkornreis sowie Getreidesorten wie Hirse, Amaranth und Grünkern gelten als neutral. Zu den neutralen Gemüsesorten zählen unter anderem Tomaten, Champignons, Grün- und Wirsingkohl oder Feldsalat. Walnüsse, Kefir, Vollei und Getreidekaffe stehen ebenfalls auf der neutralen Liste.

Die Säure-Basen Diät für die Gesundheit
Der schwedische Ernährungswissenschaftler Carl G. Ragnar Berg stellte in den 1920er Jahren durch Forschung fest, dass viele kranke Menschen unter einem Säureüberschuss leiden. Davon leitete er im Umkehrschluss seine Theorie ab, dass eine basenüberschüssige Kost gesund erhält und zahlreiche Gesundheitsprobleme vermeiden oder bessern hilft. Wer unter einer Übersäuerung leidet, kann demnach mit einer gezielten Diät wieder ein basisches Milieu herstellen und seinen Körper entlasten. Dabei ist es sinnvoll, über einen bestimmten Zeitraum hinweg sehr streng basisch zu essen. Am besten geht das unter fachkundiger Anleitung in Form einer Kur. Auch das Basenfasten ist ein guter Einstieg in eine basisch geprägte Dauerernährung. Hier haben sich verschiedene Basenfastenkuren etabliert (beispielsweise die Wacker-Methode® mit dem typgerechten Basenfasten). Die Kuren zielen nicht nur auf Entschlackung, Darmsanierung und Körperregeneration, sondern auch auf einen gewissen Gewichtsverlust ab. Die Ernährung ist zu nahezu 100% basisch, oft noch unterstützt durch die Einnahme von Basenpulver oder Schüßler-Salzen.

Basisch essen jeden Tag
Eine strenge Säure-Basen Diät ist keine Dauerernährungsform und das Verhältnis 80 % basisch zu 20 % sauer ist kaum alltagstauglich. Sinnvoll ist es aber, langfristig eher basenbetont zu essen. Das geht ganz einfach, indem vor allem der Obst-, Salat- und Gemüseanteil im täglichen Speiseplan deutlich erhöht wird. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (kohlensäurefreies Mineralwasser) wichtig, da hierdurch die Nierentätigkeit angeregt und das basische Milieu gefördert wird. Besonders gute Wirkung wird auch Tee aus Brennnessel, Schafgarbe, Zinnkraut oder Tausendgüldenkraut zugesprochen.

Werden gleichzeitig Fleisch, Weißmehl, Käse und Alkohol deutlich reduziert, ist schon sehr viel in Richtig basische Ernährung getan. Die als sauer wirkend eingestuften Produkte dürfen ab und zu ruhig auf den Teller, denn viele davon liefern auch wertvolle Nährstoffe, die dem Körper gut tun – in vernünftigem Maß. Dazu zählen Fisch, Hülsenfrüchte wie Linsen, Käse oder Leinsamen. Möglichst wenig sollte an Weißmehlprodukten, Süßigkeiten, sehr fetten Speisen oder Geräuchertem gegessen werden. Komplett zu meiden sind nach Möglichkeit Fertiggerichte.
Eine Aufstellung über die drei Lebensmittelgruppen basisch, sauer und neutral hilft bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten.

Was noch basisch wirkt
Sowohl eine kurzzeitige Diät als auch die langfristige Basenernährung werden durch einige zusätzliche Maßnahmen sinnvoll unterstützt. Zum Beispiel wirken Atemübungen durch das gezielte Abatmen von Kohlensäure entsäuernd. Auch das Schwitzen in der Sauna leitet Schlacken aus. Regelmäßige Bewegung und mäßiger Sport haben die gleiche Wirkung. Gut sind Wandern, Walking, Aerobic oder Joggen. Stress beeinflusst die Balance zwischen Säuren und Basen im Körper ebenfalls negativ. Entspannungsübungen schaffen Abhilfe. Wer es schafft, verabschiedet sich außerdem vom Rauchen. So wirkt sich ein entspannter und gleichzeitig aktiver Lebensstil insgesamt ganzheitlich positiv auf den Säure-Basen Haushalt aus.

Eine eher basische Ernährung kann für die Gesundheit also einen großen Wert haben und ist als langfristige Ernährungsform durchaus empfehlenswert. Dabei ist es jedoch nicht notwendig, sich dauerhaft einer strengen Diät zu unterziehen. Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Nahrungsvielfalt in Zusammenspiel mit unterstützenden Lebensstilfaktoren sorgt für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt.

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